Heute startet die #52weeks52books-Challenge auf mediaterran. In 52 Wochen habe ich mir vorgenommen 52 Bücher zu lesen und zu rezensieren. Eine Woche ist vorbei und hier kommt mein Eindruck von Dublin Street. Gefährliche Sehnsucht von Samantha Young.
Normalerweise lese ich Belletristik. Ich schmökere ein wenig in der Vergangenheit, reise in die Zukunft, verlaufe mich in Liebesgeschichten und weine zu Dramen. Ab und an fällt mir ein gutes Jugendbuch in die Hände und ich verschlinge es mit Haut und Haar, manchmal ist es sogar Science Fiction. Aber noch nie habe ich mich an erotische Literatur gewagt. Wieso das so ist, kann ich schlecht beantworten. Ich habe mich nicht getraut? Vielleicht.
Wahrscheinlicher ist aber, dass ich nicht auf dieser Welle mitsurfen wollte. Auf dieser “Shades Of Grey”-Welle, die gerade durch sämtliche Länder zieht und massenhaft Frauen mit sich spült. Letzten Endes habe ich es aber doch getan. Wie so oft im Leben. Ich habe mir ein Buch gekauft, das sehr erotische Worte in sich trägt. Nicht nur erotische Worte, nein, auch massenhaft gefühlsduselige, musste ich feststellen. Und ich habe es verschlungen. Es handelt von einer jungen Jocelyn, die mit vierzehn Jahren ihre Eltern und ihre kleine Schwester bei einem Autounfall verliert. Sie lebt in ihrer Jugend in zwei Pflegefamilien, ist total verkorkst, feiert viel, wirft sich sämtlichen Jungs an den Hals, trinkt viel Alkohol und wacht eines Morgens auf und weiß, sie muss da raus. Also flieht sie von Amerika nach Dublin, zieht sich zurück und achtet peinlichst genau darauf, sich niemandem zu öffnen.
Eines Tages begibt sie sich auf WG-Suche, weil ihre beste Freundin nach London zieht, und landet in der Wohnung einer jungen Frau, die sie auf den ersten Blick sympathisch findet. Die beiden freunden sich an, ziehen zusammen und sie bemerkt, es hat sich etwas verändert. Sie hat jemanden in ihr Herz geschlossen. Ihre Mitbewohnerin hat einen Bruder, den sie sofort anziehend findet. Er wird natürlich großartig beschrieben, muskulös, sehr männlich, wunderschön und attraktiv und er riecht so gut!
Nachdem sie sich eine Weile geziert hat, fangen die beiden eine Affäre miteinander an und vögeln sich über mehrere Seiten immer wieder das Hirn aus ihren Köpfen. Was für eine Show im Gehirn des Lesers – in diesem Falle mir – dabei abgeht, muss ich wahrscheinlich nicht erwähnen. Es ist ANSTRENGEND. Aber nicht im negativen Sinne. Es ist ein typisch, typisch, typischer Frauenroman. Das, was ich nicht erwartet hatte. All die Liebesromane können sich an manchen Stellen ruhig eine Scheibe abschneiden, so kitschig wird es zwischenzeitlich. Aber weil ich eine Frau bin und weil ich manchmal ganz gerne in diese rosarote Wattewelt abtauche (und natürlich, weil ganz viel von diesem anscheinend ziemlich guten Sex vorkommt), war ich am Ende doch ein wenig beglückt. Und froh, es hinter mich gebracht zu haben. Auf die Dauer ist er schon ein wenig anstrengend, dieser nicht enden wollende Porno im Kopf.
Über Samantha Young:
Samantha Young wurde 1986 in Stirlingshire, Schottland, geboren. Seit ihrem Abschluss an der University of Edinburgh arbeitet sie als freie Autorin und hat bereits eine Jugendbuchserie veröffentlicht. Mit »Dublin Street«, ihrem ersten Roman für Erwachsene, landete sie auf Anhieb einen internationalen Bestseller.
Bildquelle: (Ullstein) | Flickr/gennerobot; kedai-lelaki

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